KRISENGEPRÜFT & RESILIENT: SCHWEIZER IMMOBILIENMARKT SEIT DEN 80ERN - TEIL 2
Immobilien: Internationale Finanzkrise 2008 - 2015
Wie resilient die Schweizer Wirtschaft sein kann, zeigt sich im Verlauf der Finanzkrise. Während eine Vielzahl an wohlhabenden, stark finanzgetriebenen Staaten stark negativ beeinträchtigt wurden, auch durch die nachfolgende Rezession, kam die Schweiz relativ gut davon. Die Immobilienpreise, zuvor von Konjunktur getrieben, stagnierten infolge der Krise. Rückblickend betrachtet ergab sich dadurch für Immobilienkäufer eine gute Kaufgelegenheit und Verkäufer, sowie Besitzer mussten keine Entwertung ihrer Häuser, Wohnungen und auch Gewerbeimmobilien erleben.
Besser noch: Die Wirtschaft wurde durch die Nationalbank mit einer Niedrig-, teils Nullzinspolitik bekämpft. Und durch die mangelnde Nachfrage nach fossilen Energiestoffen, sanken die Importpreise. Einige richtige Entscheidungen führten den Schweizer Immobilienmarkt in eine nachhaltige Phase der Preissteigerung und Investitionen.
Energie: Fukushima 2011
Wie in anderen europäischen Ländern hat das Reaktor-Unglück in Fukushima für eine Neubewertung der Schweizer Energiefrage gesorgt. Die Energiestrategie 2050 wurde entwickelt, um private Verbraucher, Mieter wie Immobilienbesitzer, und die Industrie vor starken Preisschwankungen zu schützen. Sensible Bereiche sind Gebäude, Mobilität, Geräte. Mehr noch, die Umgestaltung des Energiesystems wurde dadurch greifbar gemacht. Per Volksentscheid 2017 bestätigt, sollen mit Blick auf zukünftige Risiken viele Bereiche der Volkswirtschaft angepasst werden – unabhängig von den Auswirkungen politischer und wirtschaftlicher Realität wie dem weltweiten Strombedarf. Systemisch-strukturell, rechtlich, politisch, organisatorisch: Resilienz ist das Motto für die verzahnten Massnahmen.
Dadurch können der Schutz von Naturräumen, der Ausbau erneuerbarer Energien und zukünftige Entscheidungsspielräume forciert werden. Für private Verbraucher, Immobilienbesitzer und kleine Unternehmen mögen die Auswirkungen teils abstrakt wirken, sind für die zukünftige Kostenstruktur der Haushalte und Unternehmen allerdings sehr wichtig.
| Thema | Massnahmen | Auswirkung Verbraucher |
|---|---|---|
| Steigerung Energieeffizienz | Umrüstung auf Smart Metering befeuern | Potenzielle Umlage von Kostenersparnissen |
| Steuerliche Massnahmen | Standortanreiz für Produzenten und Industrie | |
| Teilweise Zweckbindung des CO2-Beitrags für energetische Gebäudesanierung | Stärkung einzelner Branchen und des Arbeitsmarktes durch Sanierung | |
| Commitment-Anreiz für CO2-Kosten durch definierte Verwendung | ||
| Ausbau Erneuerbare Energie | Beschleunigte Genehmigungsverfahren | Potenziell frühere Senkung der Strom- und Energiekosten |
| Fristsetzung für die Arbeit von Stakeholdern aus Naturschutz und weiteren | Minderung von Versorgungs-Engpässen | |
| Förderung der Stromproduktion aus grüner Energie | Ergebnisfindung bei Themen mit öffentlicher, ethischer Bewertung | |
| Energieeffizienz und Gewässersanierungen durch Netzzuschlag für Grossverbraucher | Schnellere Umsetzung geplanter Aus- und Umbauziele |
Immobilien: Covid-19-Pandemie in 2021/22
Die erste grosse Pandemie seit der spanischen Grippe Anfang des 20. Jahrhunderts erschütterte viele Länder. Lieferketten und Produktionsabläufe, Verfügbarkeit von Baustoffen: nur ein Ausschnitt der Probleme neben menschlichen Schicksalen. Doch auch hier zeigte sich der Schweizer Immobilienmarkt resilient, wenn auch einigen Veränderungen unterzogen:
- Miet- und Kaufpreise stiegen in Abhängigkeit von der Region, laut IMPI von 2,5% in 2020 auf 5,7% in 2021 und 2022 6,4%,
- die Nachfrage änderte sich dem Wunsch nach Wohnraum und der Home-Office-Situation folgend,
- Objekte und Bauland im ländlichen Raum gewannen an Beliebtheit, raus ins Grüne
- Gewerbeimmobilien litten besonders unter dem Preis- und Nachfrageverfall
Trotz spürbarer Schwankungen konnte die Schweiz für ausreichende Energiesicherheit sorgen.

Energie: Ukraine-Krieg und Versorgungs-Misere ab 2022
In dieser kurzen Abfolge an kritischen oder zumindest aussergewöhnlichen Situationen wurde die Schweiz erneut in Versorgungsengpässe bei der Energie gebracht. Dem russischen Angriff auf die Ukraine ging wiederum Dürre, eine französische und kriegsbedingte Verknappung der Energiemenge. Der erhöhte Bedarf durch die Schweizer Winter sind da nicht hilfreich. Preise für Mieten, Gas und ölbasierte Produkte explodierten. Durch die aufkommende Inflation hob die Zentralbank die Zinsen an – Mitte 2023 sind es 1,75%. Die Hypothekarzinsen folgen. Der Schutz der Schweizer Bürger und Unternehmen bezüglich Kostenschwankungen führte zum Auf – und Ausbau von Speichern und festigte die Überzeugung, dass Resilienz in einer möglichst nachhaltigen, eigenen Energieerzeugung zu finden ist.